Mal kein Jedermannrennen: Zweitagestour von der Ostalb in den Nordschwarzwald

Die Radsaison neigt sich ja leider wieder einmal mit großen Schritten dem Ende entgegen, weswegen sich Jürgen nach zahlreichen Trainings- und Rennkilometern noch ein Highlight ausgedacht und mich am zweiten Septemberwochenende zu einer zweitägigen Rucksacktour von Heubach nach Freudenstadt eingeladen hatte.

Los ging es am Samstagmorgen nach einem ausgiebigen Frühstück (wie immer sind bei Eva keine Wünsche offen geblieben) bei Sonnenschein, nachdem es bis kurz vor dem Aufbruch noch geregnet hatte. Nach einer kurzen Einrollphase gab Jürgen nach einigen Kilometern die zeitliche Marschroute bekannt, und die haben wir dann auf der etwa 154 km langen und mit 1575 Höhenmetern und wunderschönen Aus- und Einblicken gespickten Strecke, die uns durch das Filstal und über Nürtingen, Tübingen und Horb am Neckar nach Freudenstadt an den Ostrand des nördlichen Schwarzwaldes führte, auch auf die Minute eingehalten. Und das, obwohl ich am letzten Anstieg (ca. 25 km mit etwas mehr als 600 Höhenmetern) ziemlich zu kämpfen hatte ‒ aber mit dem „Uhrwerk“ Jürgen an meiner Seite gelang die Punktlandung mit dem Glockenschlag dann doch!

Nach den Anstrengungen des Tages haben wir uns erst einmal mit einem erfrischenden Gerstensaft im Brauhaus am Markt gestärkt, bevor wir dann den Abend in unserer Unterkunft, dem Hotelrestaurant Zum Schwanen, bei gutem Essen und noch besseren Gesprächen haben ausklingen lassen.
Wettertechnisch war uns auf dem Rückweg etwas weniger Glück beschieden, was aber dem Genuss überhaupt keinen Abbruch getan hat. Starten mussten wir im Regen, der aber bald nachließ und schließlich ganz aufhörte (lediglich kurz vor dem Ziel hat es dann nochmal ein wenig getröpfelt, was uns aber ziemlich egal war, weil wir da bei Kaffee und Kuchen eine letzte Rast eingelegt hatten). Zwar wollte die Sonne sich nicht wirklich blicken lassen, doch trotzdem konnten wir auf der Strecke über Nagold, Leonberg, Schloss Solitude, Stuttgart, Schorndorf im Remstal und Schwäbisch Gmünd den Blick immer wieder über die Weiten des Schwarzwaldes und die Schwäbische Alb schweifen lassen.

Nach 157 Kilometern und erneut über 1500 Höhenmetern sind wir dann am späten Nachmittag wohlbehalten und sturzfrei wieder in Heubach angekommen, in Empfang genommen von Jürgens Nachbar, der die Glocke für den Zieleinlauf läutete, und von Eva, die sich direkt mit einer Brotzeit um unser leibliches Wohl gekümmert hat.
Und damit war ein tolles gemeinsames Radwochenende, dem hoffentlich noch viele folgen werden, leider auch schon wieder ‒ und wie immer viel zu schnell ‒ vorbei!

Veröffentlicht von Stefan Müller

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