Göttingen und der Hohe Hagen
Göttingen, 26.04.2009
Volker Bader
Sieben tapfere Jedermänner aus München zogen bei strahlendem Sonnenschein aus, den Hohen Hagen in Göttingen zu bezwingen. Nein, nicht mit Lanze und Schwert und hoch zu Roß, sondern mit Bananen und Müsliriegeln auf unseren Drahteseln. Der Hohe Hagen ist auch kein Hüne. Er zählt zu den höchsten Bergen des Südzipfels von Niedersachsen, ist einer der nördlichsten Vulkane Deutschlands und höchster Punkt der „Tour d’Energie von den Terrassen“.
Zum zweiten Rennen im Rahmen des „German Cycling Cups“, das am 26.04.2009 in Göttingen statt fand, machte sich das Chariteam München mit einer Frau und sechs Männern tags zuvor auf den Weg zum Austragungsort.
Für mich war dies zugleich mein 1. Wettkampf in dieser Sportart und eine neue Herausforderung. Die Anreise im Teambus war sehr angenehm, unterhaltsam und staufrei, so dass wir in aller Ruhe unsere Startunterlagen abholen und unser Hotel beziehen konnten. Hierbei stellte sich mal wieder heraus, dass das Team in sich sehr gut und demokratisch zusammenarbeitet und jeder den Teamgeist lebt. Beim gemeinsamen Abendessen im „Nudelhaus“ in der Innenstadt von Göttingen war die Stimmung ausgelassen und alle fieberten schon dem nächsten Tag entgegen.
Nach dem gemeinsamen Frühstück bereitete sich jeder auf seine Weise auf das bevorstehende Rennen vor. Ob - wie in meinem Fall - mit Musik im Ohr oder den letzten technischen Kontrollen wie Luftdruck oder Schaltung hatte jeder sein eigenes Ritual. Langsam stieg auch die Nervosität bei allen Beteiligten und wir machten uns auf zum Startplatz auf den Zietenterrassen.
Der Startschuss für die erste von sieben Gruppen für die 82 km-Runde fiel pünktlich um 10:45 Uhr. Ich durfte dann endlich 10 Min. später in der 5. Gruppe ebenfalls starten. Mit flauem Gefühl im Magen und einer ordentlichen Portion Adrenalin im Körper (was meine Pulsuhr mir deutlich bestätigte) ging es im lockeren Tempo zum fliegenden Start etwas außerhalb Göttingens.
Ab dort ging dann die Post ab und jeder der ca. 1700 Teilnehmer versuchte das für ihn am besten geeignete Hinterrad zu finden, um sich mit nach vorne ziehen zu lassen. Auf den 82 km galt es drei „Berge“ (Was man in Niedersachsen alles so Berg nennt?!?) zu überqueren, bei denen der Hohe Hagen mit seinen 489m den höchsten Punkt der Rundfahrt darstellte. Leider war die Zeit zum Genießen der schönen Landschaft, durch die uns unsere Runde im Renntempo geführt hat, nur sehr knapp bemessen.
Die Stimmung der Zuschauer an der Strecke, vor allem kurz vor den „Bergankünften“, war spitze und gab jeder Sportlerin und jedem Sportler noch mal einen Energieschub, um mit dem richtigen Zug über den Berg zu kommen. Nach 2 Stunden und 43 Minuten überquerte ich als 1054. die Ziellinie vor dem Neuen Rathaus in Göttingen und stieg völlig erschöpft aber glücklich vom Rad. Was mich aber am meisten freut, ist, dass alle aus unserem Team ohne einen Sturz und mit nur einem Defekt das Ziel erreicht haben und wir uns gemeinsam und zufrieden den vom Veranstalter gereichten Getränken und der überraschend leckeren Pasta widmen konnten.
Bei schönstem Wetter wurden Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Rennen ausgetauscht, Analysen angestellt und Planungen fürs nächste Rennen gemacht. Frei nach dem Motto: „Nach dem Rennen ist vor dem Rennen!“ Frisch geduscht (mit kaltem Wasser) ging es im Teambus wieder nach München zurück.
Ein Lob an die Organisatoren in Göttingen, die es geschafft haben, einen rundum gelungenen Wettkampf zu organisieren. Mein besonderer Dank an dieser Stelle gilt allen Organisatoren des Teams: dem Teamchef Martin, den Sponsoren und vor allem unserem Fahrer Nick, der uns sicher nach Göttingen und auch wieder zurück gebracht hat.



