Auf den Spuren der Formel 1
Hockenheim, 11.07.2009
Thomas Köppen
Am 11. Juli war es soweit. Ich startete bei meinem ersten Jedermannrennen. Bisher war ich entweder in kleineren Gruppen oder alleine auf Trainingsfahrten unterwegs. So gesehen hatte ich keine Ahnung, was mich auf dem Hockenheimring erwarten würde. Bei meinen bisherigen Runden war ein Durchschnitt von 30-33 km/h an der Tagesordnung, so dass ich aufgrund der größeren Gruppen bei einem Rennen mit einem Schnitt von ca. 36 km/h gerechnet habe. Aber dazu später mehr.
Zunächst einmal sind wir um 10:30 Uhr von der Allianz Arena Richtung Hockenheimring aufgebrochen. Der Verkehr hat es relativ gut mit uns gemeint und wir sind gegen zwei Uhr am Hockenheimring angekommen und haben uns dort mit dem Rest des Teams getroffen. Am Start für das Chariteam waren: Nicole, Martin, Denis, Jürgen, Ralf, Clemens und ich. Dort haben wir uns erst einmal ein Bild von der Strecke gemacht und unsere Startunterlagen abgeholt. Danach half uns das „Pastamobil“ unsere Energiespeicher für das Rennen zu füllen. Bis zum Start um ca. 17 Uhr haben wir uns noch die Zeit mit der Beobachtung der vor uns auf dem Hockenheimring stattfindenden Motorradrennen vertrieben. Aber auch ein paar Kilometer Warmfahren durften wir auch nicht fehlen. Und so verging die Zeit relativ schnell bis zu den Startvorbereitungen. Der Zeitplan konnte zwar nicht eingehalten werden und es gab am Start die eine oder andere Verzögerung, aber da es das erste Circuit Cycling Event am Hockenheimring war und nicht alles beim ersten Mal nach Plan laufen kann, konnten wir das gut verschmerzen. Es muss ja noch Potenzial für Verbesserungen in den nächsten Jahren da sein.
Der Start rückte immer näher und ich war eigentlich nicht sehr nervös, so wie ich es aus meinen anderen Lauf- und Triathlon-Wettkämpfen kannte. Die Teammitglieder wünschten mir alles Gute und vor allem ein sturzfreies Rennen. Da war auch mein oberstes Ziel. Erst einmal ohne Sturz durchkommen und sich Eingewöhnen.
Aber nun ging es los. Das Safety Car begleitete uns zum Start und schon ging es los. Gleich am Start auch die erste brenzlige Situation. Eine Kollege vor mir rutschte aus seinen Klickpedalen und es hätte fast den ersten Sturz gegeben. Aber zum Glück ist nichts passiert. Das musste man auch schnell wieder vergessen, denn von Anfang an ging die Post ab und es hieß dran bleiben. Die ersten beiden Runden hat das auch recht gut geklappt. Ich befand mich noch im vorderen großen Feld. Aber dann kam die Spitzkehre und dort auch der Gegenwind. Wer dort nicht aufpasst und dranbleibt, hat den Anschluss an die Gruppe verloren. Leider war das bei mir in der dritten Runde der Fall. Ich erkannte, dass es keinen Sinn macht, wieder aufzuschließen und drehte mich um. Und was sah ich da? Nichts! Vor mir war die Gruppe weg und hinten war weit und breit keiner zu sehen. Ich dachte mir, das kann doch nicht wahr sein. Letzter? Und so fuhr ich ca. eine Runde alleine und dachte an die restlichen 45 Kilometer alleine mit dem Wind. Aber dann kamen zum Glück weitere Fahrer von hinten angeflogen, an die ich mich dranhängen konnte. Wir bildeten eine Gruppe von ca. 20-25 Fahren, die bis zum Ende zusammengeblieben ist. Ab da machte es erst richtig Spaß. Durch gute Gruppenarbeit fuhren wir auf immer mehr Fahrer auf, die anscheinend das Tempo der ersten Gruppe auch nicht halten konnten. An der Spitzkehre jedes Mal das gleiche Spiel. Dort wehte einem jedes Mal eine steife Briese mit ins Gesicht und wer dort nicht aufpasste war sofort weg. Aber bei den verbleibenden Runden war ich stets auf der Hut und hatte keine Probleme mehr, die Gruppe zu halten.
Die knapp über 60 Kilometer waren dann auch wie im Flug vergangen und ich hatte mein erstes Rennen mit einem guten 38er Schnitt beendet. Nach einer Auslaufrunde fuhr ich zurück zum Team, die schon alle im Ziel waren. Alle waren froh, dass es keine Stürze im Team gab. Einzig Clemens war als Ausfall zu beklagen, da er sich während des Rennens nicht gut fühlte. Aber zum Glück war es nichts Ernstes. Erfreulich war, dass wir Erfolge zu verzeichnen hatten. Nicole wurde Erste bei den Frauen und in der Teamwertung erzielten wir einen dritten Platz. So kann es weitergehen! Meine erste Rennerfahrung war sehr positiv und ich werde sicher noch bei dem einen oder anderen Rennen mit dabei sein. Ein absolutes Muss ist natürlich unser Heimrennen bei der Velonale in München. Leider kann ich bei „meinem“ Heimrennen in Nürnberg nicht dabei sein, da ich zu dem Zeitpunkt das Stilfser Joch erklimmen werde.



