Höhenmeter gibt’s auch beim Laufen ‒ Tegelberglauf 2016

Erik Zabel gab in einem Interview mal zu Protokoll, dass Laufen Gift für die Beinmuskulatur eines Radfahrers, besonders die eines Sprinters, sei und deshalb lange Gehstrecken, Treppensteigen und ähnliches tunlichst vermieden werden sollten ‒ zum Glück bin ich nun gar nicht der Sprintertyp und muss mich deshalb nicht an diesen Ratschlag von Ete halten! Deshalb habe ich in dieser Saison meinen Fokus mal mehr auf das Trailrunning und Berglaufen gelegt und mein Rad zumindest aus Wettkampfsicht hinten angestellt.

Um hierfür gut gerüstet zu sein, verbrachten Angela und ich im Juli eine Woche in Südti-rol, um dort einen Teil der Strecken des ›Runningpark Seiser Alm‹ abzulaufen. Hier gibt es auf insgesamt 180 km Länge wunderschöne Trails in landschaftlich traumhafter Umge-bung, und das Ganze als Höhentrainingslager zwischen 900 und 2200 Meter Höhe. In ei-nem wahren Paradies für Läufer haben wir es in den sieben Tagen auf etwa 80 km und knapp 2500 Höhenmeter gebracht.

Am 7. August stand dann mit dem Tegelberglauf in Schwangau im Allgäu mein erster Höhepunkt auf dem Programm. Da dieser in diesem Jahr gleichzeitig auch die Berglauf-DM war, war ich hier als Berglaufnovize umgeben von einem Feld auf sehr hohem Niveau ‒ von den 471 Finishern waren 332 Vereinsläuferinnen und -läufer, lediglich 139 waren reine Hobbyläufer wie ich. Aber egal, denn die Strecke, die es zu meistern galt, war für alle gleich und hatte es in sich: auf knapp 8 km von der Tal- zur Bergstation der Tegelbergbahn waren 920 Höhenmeter zu überwinden (zur Einordnung: die bei Radfahren so beliebte Sella Ronda bringt es am Passo di Pordoi von Arabba aus auf 9,3 km mit 647 hm und am Grödnerjoch von Corvara aus auf 10 km mit 611 hm)!

Mit etwas weichen Beinen stand ich morgens um 9 Uhr im Startbereich, zum Glück nicht alleine, denn mit von der Partie waren Felix, Robert und ihr Trainer Peter, Freunde von der LC Diabü Eschenburg aus unserer alten mittelhessischen Heimat, sowie deren Vereinskameraden Lukas und Florian. Und natürlich war auch Angela dabei, die die Strecke schon etwas früher in Angriff genommen hatte, um uns auf dem letzten Kilometer nochmal kräftig anzufeuern. Nach Einlaufen, Dehnen und letzter Energieaufnahme war es dann soweit, um 10 Uhr fiel der Startschuss. Anfangs noch recht gut zu laufen, steigerte die Strecke ihren Schwierigkeitsgrad ab etwa Kilometer 1,5 stetig: erst steil, ab etwa Kilometer 4 richtig steil und ab etwa Kilometer 5,5 eine Wand ‒ waren bis hierhin schon mehr als 500 Höhenmeter überwunden, mussten im etwas mehr als zwei Kilometer langen Schlussanstieg über eine Skipiste und einen Wandersteig nochmal 400 Höhenmeter hinter sich gebracht werden! Das war dann für mich wie für einen Großteil des Teilnehmerfeldes bis auf die letzten 200 m nicht mehr zu laufen, jetzt war schnelles Wandern angesagt. Am Ende meiner Kräfte, aber glücklich, es geschafft zu haben, habe ich nach 1:08,18 St. die Ziellinie überquert. Mit der Zeit bin ich hochzufrieden, auch wenn sie fast 30 Minuten langsamer ist als die 0:40,36 St. des neuen Deutschen Meisters Toni Lauterbacher (seines Zeichens Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Skibergsteiger) und im Gesamtranking nur Platz 412 bedeutet ‒ aber bei meinem ersten Berglauf-Wettkampf ging es ums Durchhalten und Ankommen!

Das soll es aber für dieses Jahr noch nicht gewesen sein, denn am 15. Oktober möchte ich beim Rothaarsteig-Halbmarathon (22,1 km/425 hm) im sauerländischen Fleckenberg an den Start gehen, zur Vorbereitung darauf werde ich vorher noch den Tegernsee-Halbmarathon am 18. September und die 10 km-Strecke bei Gilching Läuft am 3. Oktober laufen.

Veröffentlicht von Chariteam München

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